Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser,

Es gibt bereits sehr viel Literatur über Symbole und deren Erklärung oder Deutung in verschiedenen Kulturen. Die nachstehenden Ausführungen erheben nicht den Anspruch „neu“ zu sein, denn Symbole sind so alt wie die Menschheit. Es gibt auch die verschiedensten Arten der Anwendung von Symbolen, zum Beispiel im Schamanismus oder in den diversen Therapieformen der Psychotherapie, wie z.B. dem Bilddialog. Symbole erscheinen in unseren Träumen, wir benützen sie in unserem Alltag, um etwas besser darzustellen oder zu erklären und oft dienen sie uns als Hilfsmittel. Die Methode, die ich Ihnen vorstellen möchte, ist nur etwas anders „verpackt“ und vor allem verblüffend einfach.

Ich hatte schon viel mit der Phyllis Kristal Methode (1) gearbeitet, deren Kernpunkt unter anderem die Symbolarbeit mit der Acht ist. Dies führte mich schließlich zu meiner eigenen Art von Umgang mit Symbolen. Oftmals befinden wir uns in einer Krise oder schwierigen Lebenssituation irgendwann an dem Punkt, wo wir zwar vom Verstand her alles wissen, also zum Beispiel warum diese oder jene Ängste, Muster, Gedanken oder Reaktionen immer wieder auftauchen, aber es kommt nicht wirklich bei unserem emotionalen Bewusstsein an. Dann dreht man sich vielleicht im Kreis, analysiert stundenlang und irgendwie findet keine offensichtliche Veränderung statt. Es ist notwendig die Ursachen zu verstehen und zu erkennen. Der Verstand ist ein äußerst wichtiges und hilfreiches Instrument, jedoch findet die wirkliche Veränderung auf einer tieferen Ebene statt, die der Verstand allein meistens nicht erreicht. Symbole und Bilder sind eine Möglichkeit, das Unterbewusstsein direkt anzusprechen.
Sie werden wahrscheinlich feststellen, dass es bei den Symbolen auch um viele Grundthematiken geht, mit denen wir uns im Laufe ihres Lebens auseinander setzen müssen.
Dazu gehören Ängste, das Loslassen, inneres Gleichgewicht finden, Vertrauen, die Ausrichtung auf das, was wir uns wirklich wünschen usw. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Symbole sozusagen "Erfüllungsgehilfen" sein können, wenn es um die Verwirklichung praktischer Dinge geht. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes "Gehilfen", denn wenn wir etwas realisieren möchten, liegt es in erster Linie an uns, etwas zu verändern und umzusetzen. Wenn wir in Bewegung kommen, dann bewegt sich auch das Universum und unterstützt uns. Symbole können uns darin bestärken, etwas zu verwirklichen und uns dabei helfen, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Die Kraft, die in ihnen liegt, überträgt sich auf uns und beeinflusst uns und unser Vorhaben auf positive Weise.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie diese kraftvolle Hilfe für sich entdecken, ganz gleich, ob es große oder kleine Probleme sind, mit denen Sie zu kämpfen haben, Widrigkeiten des Alltags, alte Muster, die Sie hinter sich lassen möchten oder Träume, von denen Sie sich wünschen, dass sie in Erfüllung gehen. Manchmal wirken die Symbole sehr schnell und ein anderes Mal dauert es vielleicht etwas länger. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass sie immer ihre Wirkung entfalten. Es mag aber auch sein, dass diese Methode für Sie nicht die richtige ist. Vielleicht liegt sie Ihnen einfach nicht und Sie brauchen etwas anderes, das für Sie hilfreich sein kann. Jeder Mensch ist ein vielschichtiges Individuum und was für den Einen richtig ist und ihm gut tut, muss es nicht notwendiger Weise für einen Anderen sein.

N.B. Die Anwendung von Symbolen ersetzt keinen Arztbesuch und ist keine Heilmethode! Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen jeglicher Art immer an Ihren Arzt oder Therapeuten!



„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ Frederick Barnard



Von Symbolen und ihrer Wirkungsweise

Das Wort Symbol stammt aus dem Griechischen und gehört zu dem Verb symbállein, das soviel wie zusammenwerfen, zusammenfügen bedeutet. In unserem heutigen Sprachgebrauch steht das Wort Symbol als ein Sinnbild oder Zeichen für einen Begriff. In der Semiotik (Zeichenlehre) ist ein Symbol im weitesten Sinne ein Zeichen, mit dem eine Bedeutung verknüpft ist.
Als Neugeborene, Babys und Kleinkinder leben wir zunächst in einer Bilderwelt ohne Begriffe. Ein Baum hat für uns nicht den Namen Baum, abgesehen von den vielen verschiedenen Bezeichnungen, die es für die unzähligen Bäume dieser Erde gibt. Es sind Bilder, Eindrücke, die wir wahrnehmen und erst sehr viel später bekommt alles seinen Namen. Bevor wir die Begriffe für die Dinge wussten, haben wir sie erst einmal bildmäßig erfasst und wahrscheinlich ist dies ein Grund, warum das Unterbewusstsein so stark auf Bilder reagiert und auf das Gefühl, welches mit ihnen verbunden ist.

Wenn man sich mit Träumen beschäftigt, könnte man fast sagen, dass unser Unterbewusstsein in Bildern "denkt". In den meisten Träumen verarbeitet es Erlebtes, Situationen, alles, was uns bewegt, auch Ängste und Spannungszustände, Filme, die wir gesehen haben oder Menschen, denen wir begegnet sind und vieles mehr. Natürlich werden in diesen Träumen auch Sätze von Personen gesprochen, aber es gibt wohl kaum einen Traum, in dem Sätze ohne Bilder vorkommen. Es gibt auch Träume, die einen starken Symbolgehalt aufweisen, der einer gegenwärtigen Situation oder einem gefühlsmäßigem Erleben entspricht. Das Unterbewusstsein stellt etwas, das uns momentan stark beschäftigt, in einer bildhaften Sprache dar. Sie können auch ein Hinweis oder Ausdruck unserer derzeitigen seelischen Entwicklung sein. Manchmal erhalten wir vielleicht ein aussagekräftiges Symbol, welches unsere momentane Situation noch einfacher und klarer ausdrückt, als es das bildhafte Geschehen mit starkem symbolischem Gehalt tut. Der Traum schenkt uns in diesem Fall ein Symbol, mit dem wir ganz bewusst arbeiten können und das uns einen Hinweis geben kann. Das höhere Selbst, oder etwas, das mehr weiß als wir, wirkt in diesem Fall durch das Unterbewusstsein um in unser Bewusstsein zu gelangen. Man kann diese Quelle auch ganz bewusst um die Übermittlung eines Symbols bitten, so, wie es Phyllis Kristal (1) in ihren Büchern beschreibt. Ich werde an einer anderen Stelle noch einmal darauf zurückkommen.

Da das Unterbewusstsein also in der "bildhaften Sprache" arbeitet und Geschehenes verarbeitet, reagiert es wiederum sehr stark auf Bilder und die damit verbundenen Gefühle, die wir ihm bewusst vermitteln. Es wird kaum auf einen Satz reagieren, der nicht mit einem Gefühl oder einer echten Überzeugung verbunden ist. Wenn ich zum Beispiel sage: „es geht mir gut“ und ich glaube aber überhaupt nicht daran, weil es mir momentan sehr schlecht geht, wird dieser Satz wenig Wirkung erzeugen. Möglicherweise kann ich es mir einreden und irgendwann stellt sich doch eine Veränderung ein, aber dies ist eine eher zeitaufwendige und anstrengende Methode. Natürlich helfen positive Autosuggestionen und Affirmationen, sie können sehr viel bewirken, aber sie tun es vor allem dann, wenn man sich schon in einem relativ ruhigen und entspannten Zustand befindet. In einem akuten Zustand von negativem Stress werden sie kaum ihre volle Wirkung entfalten.
Alles was mit starken Emotionen verbunden ist, hinterlässt einen ebenso starken Eindruck im Unterbewusstsein. Es speichert einfach alles, vorbehaltlos und ohne zu unterscheiden, ob es gut tut oder nicht. Das Unterbewusstsein ist wie ein sensibler Seismograph, der alles wahrnimmt und registriert. Ob es negative Überzeugungen von uns selbst sind, Meinungen, Vorstellungen oder Ängste: das Unterbewusstsein nimmt sie auf wie ein trockener Schwamm das Wasser. Je stärker zum Beispiel die Angst ist, desto intensiver wird sie abgespeichert und dann reichen schon kleine Auslöser, um diese Angst wieder in das Oberbewusstsein zu bringen. Deswegen ist es manchmal so schwer, sich von Ängsten, auch den unsinnigsten, zu befreien. Der rationale Verstand sagt uns, dass es absurd ist, sich vor Spinnen zu fürchten, weil es in unseren Breitengraden gar keine wirklich giftigen Spinnen gibt, aber die Angst bleibt bestehen. Das eine ist der Verstand und das andere ist die Angst. Beide erreichen sich in diesem Moment nicht. Das Gefühl der Angst ist vom Verstand sozusagen abgekoppelt, weil es so stark und vorherrschend ist. Es mag Menschen geben, die so rational veranlagt sind, dass sie ihre Ängste mit dem Verstand in den Griff bekommen, auch gibt es verschiedene Therapieformen, wie z.B. die Verhaltenstherapie, um zu lernen, wie man mit starken Ängsten umgehen kann. Eine wirkliche Veränderung findet dann statt, wenn es sich um eine Erkenntnis handelt, bei der unser ganzes Sein mit einbezogen ist, sie sollte also auch gefühlsmäßig erfahren werden und nicht nur mit dem Kopf verstanden werden.
Symbole wirken durch ihre einfache, bildhafte Sprache, die mit einem Gefühl verbunden ist und auf diese Art und Weise an das Unterbewusstsein übermittelt wird. Stellen Sie sich einen blühenden Apfelbaum im Frühling vor: was empfinden Sie? Ganz allgemein könnte man sagen, dass dieser Baum für das Blühen und Werden steht, für Neubeginn, Frühlingserwachen, einen angenehmen Duft und all die positiven Emotionen, die mit dieser Jahreszeit verbunden sind. Und vielleicht hat der Apfelbaum für Sie noch eine ganz persönliche Bedeutung. Wenn Sie sich also einen Apfelbaum vorstellen, werden Sie mit ziemlicher Sicherheit angenehme Gefühle empfinden. Das Symbol wird demzufolge positiv auf Ihr Unterbewusstsein wirken. Wenn wir unser inneres Schwingungsfeld neu einstimmen, wird sich unsere energetische Präsenz verändern und wir stehen dann in einer neuen Resonanz zu unserem persönlichen Umfeld. Spätestens seit "The Secret" (2) oder dem Film „What the Bleep do we know“(3), hat sich dieses Wissen sehr verbreitet. Wir müssen einen Wandel unserer inneren Zustände herbeiführen, bevor wir erwarten können, dass sich etwas im Äußeren verändert. Dies geschieht vor allem durch eine Veränderung im Fühlen. Hier bieten Symbole eine großartige Hilfestellung und können auf eine sanfte Art und Weise zu einer wirklichen Veränderung beitragen, da sie das Unterbewusstsein direkt ansprechen.



Eine Grundvoraussetzung ist es natürlich auch, sich bewusst zu machen, warum man diese oder jene Ängste, ständig wiederkehrende Gedanken oder sich wiederholende Verhaltensmuster an den Tag legt. Das geht sehr oft nur mit der Hilfe eines Therapeuten. Die Ursachen für unser psychisches oder physisches Unwohlsein aufzudecken, ist ein wichtiger Bestandteil für den Heilungsweg. Die Homöopathie berücksichtigt bei Krankheiten immer den ganzen Menschen, also vor allem den seelischen Zustand, denn für sie ist die Krankheit nur ein Symptom. Leider behandelt die moderne Schulmedizin häufig immer noch mehr die Symptome, als die Ursache selbst. Ich möchte an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, dass ich die Anwendung von Symbolen als eine Unterstützung und ein Hilfsmittel sehe. Bei Angstzuständen, Panikattacken, psychischen und physischen Erkrankungen jeglicher Art oder sonstigen schwerwiegenden Problemen, ist es immer notwendig, Hilfe bei Ärzten oder Therapeuten zu suchen. Man sollte die Zusammenhänge und Ursachen, die mit einer Krankheit verbunden sind, erkennen und es ist genauso wichtig, den Weg der Heilung mit der Hilfe eines Arztes oder Therapeuten seines Vertrauens zu beschreiten. Jeder einzelne Mensch ist ein komplexes und individuelles Ganzes, die Ursachen für Krankheiten sind vielfältig und unterschiedlich und Heilungsprozesse verlaufen bei jedem Einzelnen in einem eigenen Zeitrahmen. Die Symbole oder Bilder sind in solchen Fällen nur zur Unterstützung gedacht, keinesfalls als Heilmittel.
Es kann sein, dass wir Verhaltensweisen oder Prägungen in uns tragen, die ihre Wurzeln bereits in der Kindheit haben. Über Jahrzehnte hinweg bleiben sie in uns gespeichert sind und beeinflussen unser Leben oft auf eine hinderliche Art und Weise. Dann kann es verständlicherweise auch dauern, bis sich die Muster wieder auflösen, bis das Unterbewusstsein sozusagen anders programmiert ist und die alte, falsche Programmierung durch eine neue und bessere ersetzt worden ist.
Eine sehr hilfreiche Methode bietet hier auch die Kinesiologie, die an Hand von sanftem Muskeltesten unter Umständen bis in die Zeit der Entstehung einer Problematik zurückgeht. (Beim Muskeltesten kommt es darauf an, ob der Muskel stark bleibt oder nachgibt). Unser Oberbewusstsein verdrängt unangenehme Ereignisse sehr gern, auch aus Schutzfunktion. Das Körperbewusstsein aber kann sich nicht verstellen und so bleiben diese Ursachen sowohl im Körper- als auch im Unterbewusstsein gespeichert. Wenn die Ursache eindeutig ist, wird das Geschehene durch bildhafte Vorstellung verändert. Der Kernpunkt ist dabei die Abtrennung des negativen emotionalen Empfindens, welches mit dem Ereignis verbunden war. Am Ende dieser bildhaften Arbeit wird die betreffende Person gebeten, ein Symbol für das veränderte Geschehen zu empfangen, also für die neue, positive Botschaft, die dem Unterbewusstsein vermittelt werden soll. Durch das bewusste Erkennen der Ursache ist ein Heilungsprozess in Gang gesetzt worden und wird durch die bildhafte Veränderung des Geschehenen weitergeführt. Das Symbol für diese Veränderung – meistens fällt es einem spontan zu – trägt dann dazu bei, die alten Programmierungen im Unterbewusstsein ganz aufzulösen. Es enthält eine neue Botschaft, die alte Strukturen ersetzt.
Die Focusing Therapie arbeitet speziell mit dem Körperempfinden, der Körperwahrnehmung. In unserem Körper bleibt vieles gespeichert und unser Körper besitzt eine ganz eigene, ihm innewohnende Intelligenz, zu der wir jederzeit Zugang finden können. Wenn wir in unseren Körper „hineinhorchen“, können wir oft etwas erkennen, das sich mit dem Verstand allein nicht erklären oder verstehen lässt. In einer Focusing-Sitzung tauchen oft auch Symbole auf, sie fallen dem Klienten meistens spontan ein oder er kann eine Körperwahrnehmung symbolhaft beschreiben.

Das Unterbewusstsein kommuniziert häufig mit dem Oberbewusstsein durch Symbole oder in symbolhafter Weise. Symbole, die wiederum vom Oberbewusstsein eingesetzt werden, vereinfachen die Kommunikation mit dem Unterbewusstsein und erreichen es in einer bildhaften, sozusagen greifbaren Sprache, die es gut versteht. Und diese Art der Kommunikation erleichtert vieles, auch in ganz einfachen Situationen, wenn man zum Beispiel spürt, dass es mal wieder an der Zeit wäre, das Denken etwas positiver auszurichten. Oder wenn negative Überzeugungen von uns selbst immer wieder kommen, auch wenn wir wissen, dass sie uns nicht gut tun. Sich rein gedanklich umzustimmen ist manchmal schwierig. Symbole können diese Umstimmung leichter machen, weil sie durch ihre bildhaften Aussagen, die mit einem Gefühl verbunden sind, einen direkteren Zugang zu den tieferen Ebenen unseres Seins haben als verstandesmäßige Sätze.





Auszug aus dem Buch "Symbole für die Seele"

Copyright 2010 Daniela Böhm
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1. Phyllis Kristal, Die inneren Fesseln sprengen, Ryvellus Medienverlag, 11. Auflage 1995

2. Rhonda Byrne u. Karl Friedrich Hörner (Übersetzer) The Secret, Goldmann Verlag, Auflage: 16 (27.9.2007)

3. What the Bleep do we know, DVD, 2.10. 2006, mit Marlee Metlin, Elaine Hendrix u.a.