Es gibt heutzutage viele psychotherapeutische Verfahren und Möglichkeiten, den psychischen Heilungsprozess zu unterstützen. Jeder Mensch ist anders und einzigartig in seiner Vielfalt, die den bisherigen Lebensweg und die damit einhergehenden Erfahrungen, Kindheitserlebnisse und ganz persönlichen Anlagen und Charakterstrukturen mit einschließt. Heilungsprozesse  verlaufen unterschiedlich und sind bei jedem Menschen anders, das betrifft  den Zeitablauf sowie die verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren. Auch die Beziehung und der Bezug zu einem bestimmten Therapeuten sind wichtig, es sollte sich für den Klienten richtig und gut anfühlen. Der Austausch  zwischen dem Klienten und dem Therapeuten sollte also stimmig sein. Ein wichtiger Punkt ist, dass der Klient sein eigenes Tempo vorgibt, dies schließt aber nicht aus, grundsätzlich lösungsorientiert zu arbeiten. Die heutigen Formen der Psychotherapie beinhalten auch viele ganzheitliche Ansätze, sie können also durchaus als eine Selbsterfahrung verstanden werden, die es möglich macht, sich selbst wertfrei und liebevoll anzunehmen, besser zu verstehen und letztendlich auch die zwischenmenschliche Kommunikation zu verbessern.


Gesprächstherapie nach Carl R. Rogers

Carl R. Rogers ist der Begründer der klientzentrierten Gesprächstherapie. Ohne sein Wirken und seine Forschung ist die heutige Gesprächstherapie, wie sie in der Psychotherapie angewandt wird, nicht vorstellbar. Rogers arbeitete nicht nach dem herkömmlichen Modell Arzt/Patient, sondern prägte den Begriff Therapeut/Klient. Seiner Meinung nach sind drei Dinge in einer erfolgreichen klientzentrierten Gesprächstherapie von maßgeblicher Bedeutung: Akzeptanz, Empathie und Kongruenz (Echtheit). Wertfreies Annehmen, Einfühlungsvermögen und Echtheit (des Therapeuten) bilden also die Grundpfeiler dieser Form der Gesprächstherapie. Zugleich unterstrich Carl R. Rogers immer wieder den Grundsatz, dass der Klient selbst bestimmt und eigentlich am besten weiß, was für ihn gut ist und wann welche Themen der Bearbeitung bedürfen. Insofern kann die klientzentrierte Gesprächstherapie auch als eine Hilfe zur Selbsthilfe gesehen werden, denn es geht auch darum, das Vertrauen in die eigenen Wachstumsprozesse zu stärken und um die Gewissheit, dass der Mensch selbst spürt, was ihm wirklich gut tut und wie er aus seiner Ganzheit heraus leben kann.

Focusingtherapie

Die Focusingtherapie wurde von Eugen T. Gendlin in den fünfziger Jahren begründet, er arbeitete auch mit Carl R. Rogers zusammen. Am Anfang seiner Forschungsarbeiten im Bereich der Psychologie beschäftigte Gendlin die Frage, worauf sich ein Erfolg in der Psychotherapie begründet. Er fand heraus, dass Klienten, die über ein gutes Maß an Körperwahrnehmung- und Empfindung verfügten und diese auch integrierten, die erfolgreicheren waren, wenn es darum ging, Krisensituationen zu meistern. Auf Grund dieser Studien entwickelte Gendlin die Focusingtherapie, bei der es um die Aufmerksamkeit (den Fokus) auf das unmittelbare körperliche Empfinden geht, wenn ein Problem oder eine Krise bearbeitet werden. Unser Körper ist oft schlauer als wir denken, er hat eine ihm ganz eigene Form der Bewusstheit, vor allem vergisst er nichts. Unserem Körperempfinden zu vertrauen, heißt auch uns selbst ganz zu vertrauen und nicht nur auf unseren Verstand angewiesen zu sein, der uns durch sein ständiges Hinterfragen und In-Frage-Stellen, oft genug auch aus dem Konzept bringt. Focusing besitzt einen zutiefst ganzheitlichen Aspekt, es ist nicht nur eine Therapieform, sondern zugleich eine wunderbare Art der Selbsterfahrung und des Vertrauens in sich selbst und in den eigenen Körper.



Symbolisieren


Manchmal wissen wir vom Verstand her schon sehr viel, warum wir zum Beispiel diese oder jene Probleme, Muster und Schwächen in uns tragen und wieso wir vielleicht manchmal Verhaltensweisen an den Tag legen, die uns eigentlich nicht gut tun. Wir wissen und begreifen es mit unserer Ratio und dennoch erreichen wir nicht immer eine durchgreifende Veränderung. Wenn wir wirklich etwas verändern möchten, bedeutet das immer ein Miteinbeziehen aller Seinsebenen und das Gefühl spielt dabei eine wichtige Rolle. Durch die bewusste Anwendung von Symbolen können wir mit unserem Unterbewussten, dieser tieferen Seinsebene in uns, Kontakt aufnehmen. Da das Unterbewusstsein für Bilder und das Gefühl, das mit ihnen verbunden ist, besonders empfänglich ist, können wir auf diese Art und Weise mit ihm kommunizieren und ihm auch Botschaften übermitteln. Symbolisieren ist eine wunderbare Hilfestellung und Unterstützung bei psychischen Prozessen, aber auch bei Problemen und Anforderungen die der Alltag mit sich bringt. Das Symbolisieren ist ein spielerischer und sehr kreativer Prozess, der unsere ganze Persönlichkeit mit einbezieht und sich sehr wirkungsvoll in das tägliche Leben integrieren lässt.

Kinesiologie und Bilddialog

Die Kinesiologie ist ein hilfreiches Instrument zum Aufdecken und Auflösen bestehender Muster und Konditionierungen, die manchmal weit zurückreichen können. Durch sanftes Muskeltesten an den Handgelenken können u.a. Blockaden erkannt werden, denn unser Körperbewusstsein speichert viel mehr als uns oberflächlich oft bewusst ist. Manchmal verdrängen wir unangenehme Geschehnisse, auch aus einer vernünftigen Schutzfunktion heraus, dennoch bleiben sie in unserem Zellbewusstsein abgespeichert und wir wundern uns vielleicht, warum wir in bestimmten Situationen immer gleich reagieren, obwohl wir uns keiner Ursache mehr bewusst sind. Durch das kinesiologische Testverfahren können solche Ursachen "erfragt" und durch anschließende bildhafte Vorstellung verändert werden. Der Kernpunkt ist dabei die Abtrennung des negativen emotionalen Empfindens, welches mit dem Ereignis verbunden war. Die Symbolik spielt hierbei auch ein Rolle, denn am Schluss dieser "Arbeit" geht es um ein Bild oder Symbol, das dem positiv veränderten Geschehen entspricht.

Der Bilddialog ist eine kreative und spielerische Art, uns oder unseren momentanen Gefühlszustand auszudrücken und auf bildhafte Art und Weise etwas zu verändern. Künstlerisches Talent ist hier nicht gefragt und keinesfalls erforderlich. Vielmehr geht es um das Zeichnen und Malen mit demselben Vertrauen, wie wir es als Kinder hatten. Wir haben uns damals nicht gefragt, ob unser Bild "schön" sei, es ging nur darum, farbenfroh etwas zum Ausdruck zu bringen. Wir treten in einen inneren Dialog mit uns selbst, durch einfache Bilder, die aber zutiefst unserem Inneren entsprechen und eine große Wirkungskraft besitzen.









Bitte beachten Sie: die hier vorgestellten Methoden ersetzen keinen Besuch beim Arzt Ihres Vertrauens.